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Nein zu diesem Haushaltsentwurf!

Netzwerk Tolerantes Sachsen kritisiert geplante Kürzungen im Demokratie- und Integrationsbereich und fordert Änderungen durch den Landtag

Wir teilen hier eine Pressemitteilung des Netzwerks für Tolerantes Sachsen und schließen uns den Forderungen an:

Am Montag hat die Minderheitsregierung aus CDU und SPD den Entwurf für einen Landeshaushalt für die Jahre 2025/26 der Öffentlichkeit präsentiert. Bereits im Januar hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer schwierige Zeiten und Kürzungen "in allen Bereichen" angekündigt. Der nun vorliegende Entwurf sieht insbesondere im Bereich gesellschaftlicher Zusammenhalt und Integration sowie Gleichstellung und Antidiskriminierung des Sozialministeriums tiefgreifende Einschnitte vor. Die Sprecher_innen des Netzwerks Tolerantes Sachsen befürchten dadurch gravierende Auswirkungen auf den demokratischen Zusammenhalt des Landes und lehnen den Entwurf deshalb ab.

Laut sächsischer Verfassung entscheidet das Parlament und nicht die Regierung über den Haushalt. „Wir erwarten von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages, dass dieser Haushaltsentwurf noch einmal grundlegend überarbeitet wird. Insbesondere die krassen Kürzungen bei Integrationsprojekten, Gleichstellung und Antidiskriminierung sowie der Demokratiearbeit in ländlichen Räumen müssen korrigiert werden,“ fordert Martina Glass, Sprecherin des Netzwerks Tolerantes Sachsen und Geschäftsführerin des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V. in Wurzen.

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Doritta Kolb-Unglaub vom colorido e.V. aus Plauen, ebenfalls Sprecherin des Netzwerks, betont: „In Sachsen haben wir seit vielen Jahren eine besondere Herausforderung im Bereich Rechtsextremismus und inzwischen eine rechtsextreme Partei, die mehr als 30 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereint. Die Förderung von Demokratiearbeit, Integration und politischer Bildung ist eine Investition in die Grundlagen unseres friedlichen Zusammenlebens.“

Michael Nattke, ebenfalls einer der Sprecher und Geschäftsführer des Kulturbüro Sachsen e.V., erinnert an das Gesamtkonzept gegen Rechtsextremismus. In diesem hat die Landesregierung in der vergangenen Legislatur erstmals verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung von Bedrohungen unserer Demokratie zusammengefasst. „Das war und ist ein Schritt in die richtige Richtung. Die neue Minderheitsregierung bricht bereits jetzt ihren Koalitionsvertrag, wenn sie das Gesamtkonzept Rechtsextremismus und die darin beschriebenen Maßnahmen durch drastische Kürzungen über Bord wirft. Das betrifft u.a. das gut funktionierende Beratungsnetzwerk des Landes-Demokratiezentrums.“

„Gesellschaftlicher Zusammenhalt und eine erfolgreiche Integrationspolitik sind keine Selbstläufer – sie brauchen aktive Unterstützung", ergänzt Sprecherin Maxi Pöttrich vom Zusammen e.V. aus Leipzig. "Gerade in Zeiten, in denen Rassismus erstarkt und der Fachkräftemangel wächst, muss die sächsische Politik ihrer Verantwortung gerecht werden und Initiativen stärken, die für Vielfalt, Teilhabe und ein gutes Miteinander arbeiten. Eine Kürzung der Mittel wäre ein fatales Signal!“

Die Sprecher_innen des Netzwerks Tolerantes Sachsen fordern die Abgeordneten des Sächsischen Landtages dazu auf, dass sie diesen Entwurf für einen Doppelhaushalt in den nächsten Wochen zu einem sinnvollen Haushalt qualifizieren. Dabei sind die Herausforderungen, vor denen das Bundesland steht, ausreichend zu berücksichtigen.

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